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B2B auf Shopify — So verkaufst du an Geschäftskunden

B2B auf Shopify — Mehr als nur ein zweiter Shop

Du bekommst immer wieder Anfragen von Firmen, die größere Mengen deiner Produkte kaufen wollen? Bisher löst du das manuell per E-Mail, Excel-Listen und PDF-Rechnungen. Das ist mühsam, fehleranfällig und skaliert nicht. Dein D2C-Shop ist für Endkunden gebaut, nicht für die Anforderungen von Geschäftskunden. Die Lösung für dieses Problem heißt B2B auf Shopify. Damit baust du dir kein kompliziertes zweites System auf, sondern integrierst den B2B-Vertrieb direkt in deinen bestehenden Shopify-Shop. Schluss mit dem manuellen Chaos.

Was ist Shopify B2B und für wen lohnt es sich?

Shopify B2B ist keine App, sondern eine Sammlung nativer Funktionen, die exklusiv für Händler auf Shopify Plus verfügbar sind. Es verwandelt deinen Onlineshop in eine leistungsstarke Plattform für den Großhandel. Du kannst damit individuelle Kataloge, Preislisten und Zahlungsbedingungen für Geschäftskunden anlegen – alles in deinem gewohnten Shopify-Admin.

Lohnt sich der Umstieg? Ja, wenn du:

  • bereits D2C-Umsatz machst und regelmäßig B2B-Anfragen bekommst.
  • deinen manuellen Aufwand bei der Abwicklung von Großhandelsbestellungen reduzieren willst.
  • deinen B2B-Kunden ein professionelles, digitales Kauferlebnis bieten möchtest, statt sie mit E-Mails zu bombardieren.
  • sowohl an Endkunden (D2C) als auch an Geschäftskunden (B2B) über einen einzigen Store (sog. „Blended Store“) verkaufen willst.

Wenn du bisher dachtest, du bräuchtest dafür einen komplett getrennten Shop, liegst du falsch. Shopify hat das Problem elegant gelöst.

Die Kernfunktionen von B2B auf Shopify

Die Magie von Shopify B2B liegt in den Details. Es sind genau die Funktionen, die dir im D2C-Geschäft fehlen, um professionell an Unternehmen zu verkaufen.

Firmenprofile und Standorte

Du legst nicht mehr nur einen Kunden an, sondern eine „Firma“. Dieser Firma kannst du mehrere Ansprechpartner und verschiedene Standorte (z.B. Zentrale, Filiale A, Filiale B) zuweisen. Jedem Kontakt können spezifische Rollen und Berechtigungen zugewiesen werden, z.B. „Nur bestellen“ oder „Bestellen und Rechnungen bezahlen“.

Individuelle Kataloge und Preislisten

Das Herzstück. Du kannst für jede Firma oder Firmengruppe einen eigenen Katalog mit individuellen Preisen festlegen. Das kann ein prozentualer Rabatt auf dein gesamtes Sortiment sein, aber auch feste Preise für bestimmte Produkte oder Mengenrabatte. Deine normalen D2C-Kunden sehen von all dem nichts.

Zahlungsbedingungen und Kauf auf Rechnung

B2B-Kunden erwarten, auf Rechnung kaufen zu können. Mit Shopify B2B kannst du Zahlungsbedingungen wie „Zahlbar innerhalb von 30 Tagen“ direkt im Checkout anbieten. Die Bestellung wird ausgelöst, die Zahlung aber erst später fällig und im System nachverfolgt.

Self-Service-Portal für Kunden

Deine B2B-Kunden loggen sich mit ihrem Konto ein und sehen sofort ihre Preise. Sie können vergangene Bestellungen einsehen, schnell nachbestellen und ihre Firmendaten selbst verwalten. Das reduziert deinen Support-Aufwand enorm und gibt deinen Kunden die Kontrolle, die sie erwarten.

Schritt-für-Schritt: Deinen ersten B2B-Kunden anlegen

Keine Sorge, das ist kein Hexenwerk. Wenn du einen normalen Kunden in Shopify anlegen kannst, schaffst du das auch für B2B. Hier ist der grobe Ablauf:

  1. Firma anlegen: Gehe im Shopify Admin zu „Kunden“ und klicke auf den neuen Bereich „Firmen“. Hier legst du ein neues Firmenprofil an, z.B. „Musterfirma GmbH“.
  2. Katalog erstellen: Unter „Produkte“ > „Kataloge“ erstellst du einen neuen B2B-Katalog. Du gibst ihm einen Namen, z.B. „Händlerpreisliste -20%“, und legst eine Regel fest, z.B. „Setze alle Preise 20% niedriger“. Du kannst auch einzelne Produkte mit Festpreisen versehen.
  3. Firma und Katalog verknüpfen: Öffne das Profil der „Musterfirma GmbH“ und weise ihr den eben erstellten Katalog zu. Füge auch die gewünschten Zahlungsbedingungen hinzu (z.B. Net 30).
  4. Kunde zur Firma einladen: Lege einen neuen Kontakt für die Firma an (z.B. max.mustermann@musterfirma.de) und sende ihm eine Einladung, ein Kundenkonto zu erstellen.
  5. Fertig! Sobald Max Mustermann sich einloggt, sieht er in deinem Shop die vereinbarten B2B-Preise und kann auf Rechnung bestellen. Für alle anderen Besucher sieht dein Shop aus wie immer.

D2C und B2B im selben Shop: Der „Blended Store“

Früher war die gängige Praxis, einen separaten, passwortgeschützten Shopify-Store für B2B-Kunden aufzusetzen. Das bedeutete doppelten Aufwand: zwei Lagerbestände, zwei Designs, zwei Marketing-Strategien. Ein Albtraum für die Verwaltung.

Mit B2B auf Shopify ist das vorbei. Du betreibst einen „Blended Store“. Deine Website hat eine einzige Produkt- und Datenbasis. Das System erkennt automatisch, ob ein normaler Besucher oder ein eingeloggter B2B-Kunde auf der Seite ist und passt die Darstellung (Preise, Zahlungsarten) dynamisch an. Das spart nicht nur Zeit und Nerven, sondern ermöglicht auch eine einheitliche Markenpräsenz.

Rechnet sich das? Eine Mini-Case-Kalkulation

Lass uns das konkret durchrechnen. Nehmen wir an, du hast 15 B2B-Kunden, die aktuell manuell per E-Mail bestellen.

  • Manueller Prozess: Du brauchst pro Bestellung ca. 25 Minuten für E-Mail-Kommunikation, Angebotserstellung, manuelle Rechnungserstellung und die Prüfung des Zahlungseingangs.
  • Bestellfrequenz: Jeder B2B-Kunde bestellt im Schnitt zweimal pro Monat.
  • Gesamtaufwand pro Monat (manuell): 15 Kunden × 2 Bestellungen/Monat × 25 Minuten/Bestellung = 750 Minuten. Das sind 12,5 Stunden pro Monat, die du oder ein Mitarbeiter investieren.

Jetzt der Vergleich mit B2B auf Shopify:

  • Automatisierter Prozess: Deine Kunden bestellen selbst im Portal. Dein Aufwand reduziert sich auf eine kurze Kontrolle der Bestellung, vielleicht 5 Minuten.
  • Gesamtaufwand pro Monat (automatisiert): 15 Kunden × 2 Bestellungen/Monat × 5 Minuten/Bestellung = 150 Minuten. Das sind 2,5 Stunden pro Monat.

Das Ergebnis: Du sparst 10 Stunden Arbeit pro Monat. Bewertest du eine Arbeitsstunde mit nur 50 €, sind das 500 € Ersparnis jeden Monat. Dazu kommen weniger Fehler, schnellere Abwicklung und die Chance auf mehr Umsatz, weil B2B-Kunden im Portal leichter neue Produkte entdecken und nachbestellen können. Die Investition in Shopify Plus und die Einrichtung des B2B-Moduls amortisiert sich oft schon nach wenigen Monaten allein durch die Zeitersparnis.

Häufige Fragen

Brauche ich Shopify Plus für B2B?

Ja, die nativen B2B-Funktionen wie Firmenprofile, Kataloge und Zahlungsbedingungen sind exklusiv in Shopify Plus enthalten. Für Shops ohne Plus gibt es zwar B2B-Apps von Drittanbietern, diese sind aber oft weniger tief integriert und umständlicher in der Handhabung.

Kann ich D2C und B2B im selben Shop betreiben?

Ja, absolut. Das ist sogar der größte Vorteil des neuen B2B-Modells von Shopify. Du verwaltest alles in einem einzigen Shop-Admin, während das System deinen Kunden je nach Login-Status unterschiedliche Preise und Konditionen anzeigt.

Wie funktionieren unterschiedliche Preise für B2B-Kunden?

Du erstellst sogenannte „Kataloge“ (Price Lists). In diesen definierst du Preisregeln, z.B. einen pauschalen Rabatt auf alle Produkte, Festpreise für ausgewählte Artikel oder Mengenrabatte. Diesen Katalog weist du dann einem oder mehreren Firmenprofilen zu.

Können B2B-Kunden auf Rechnung kaufen?

Ja. Du kannst für jede Firma individuelle „Zahlungsbedingungen“ (Payment Terms) festlegen, zum Beispiel „Zahlbar innerhalb von 14 Tagen“. Beim Checkout kann der Kunde diese Option dann auswählen und die Bestellung ohne sofortige Zahlung abschließen.

Sehen meine normalen Endkunden die B2B-Preise?

Nein. Die B2B-Preise und Konditionen sind nur für eingeloggte Geschäftskunden sichtbar, denen du einen entsprechenden Katalog zugewiesen hast. Für alle anderen Besucher deines Shops bleiben die regulären D2C-Preise sichtbar. Es gibt keine Gefahr, dass deine Endkunden versehentlich Großhandelspreise sehen.

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