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Shopify POS einrichten — Dein Onlineshop im Ladengeschäft

Dein Shopify-Shop steht, der Umsatz wächst. Jetzt willst du mehr. Ein Pop-up-Store in der Innenstadt? Ein eigener kleiner Laden? Gute Idee. Doch dann beginnt das Chaos. Plötzlich jonglierst du zwei Lagerbestände, zwei Kundensysteme und zwei Kassenberichte. Du verkaufst online einen Artikel, der gerade im Laden über die Theke ging. Dein Kunde will online gekaufte Ware im Laden zurückgeben, aber dein System macht nicht mit. Das kostet Zeit, Nerven und am Ende Umsatz. Genau dieses Problem löst du mit Shopify POS. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du mit Shopify POS dein Online- und Offline-Geschäft zu einer Einheit machst.

Was ist Shopify POS und für wen lohnt es sich?

Shopify POS (Point of Sale) ist das Kassensystem von Shopify. Es ist keine separate Software, sondern eine App, die sich nahtlos in deinen bestehenden Shopify-Account integriert. Du installierst die App auf einem Smartphone oder Tablet (iOS oder Android) und machst es so zu deiner Kasse im Ladengeschäft.

Der entscheidende Vorteil: Alle Daten laufen an einem Ort zusammen. Jeder Verkauf im Laden aktualisiert sofort den Lagerbestand in deinem Onlineshop. Jeder neue Kunde im Laden landet sofort in deiner zentralen Shopify-Kundenliste. Alle Verkaufsdaten, egal ob online oder offline, fließen in deine gewohnten Shopify-Berichte.

Shopify POS lohnt sich für dich, wenn du:

  • einen Shopify Onlineshop betreibst und zusätzlich physisch verkaufst.
  • einen Pop-up-Store, einen Marktstand oder ein dauerhaftes Ladengeschäft eröffnest.
  • deine Verwaltungsarbeit minimieren und Fehler bei der Bestandsführung vermeiden willst.
  • deinen Kunden ein nahtloses Einkaufserlebnis bieten möchtest (z.B. Online kaufen, im Laden abholen).

Kurz gesagt: Wenn du eine D2C-Brand bist, die auch offline wachsen will, ist Shopify POS fast schon Pflicht.

Shopify POS Pro vs. Lite: Welchen Plan brauchst du wirklich?

Shopify bietet zwei Versionen seines Kassensystems an: Lite und Pro. Die richtige Wahl hängt davon ab, wie komplex dein Offline-Geschäft ist.

Shopify POS Lite

Die Lite-Version ist in jedem Shopify-Plan (von Basic bis Advanced) kostenlos enthalten. Sie deckt die absoluten Grundlagen ab: Produkte aus deinem Shop auswählen, Zahlungen über ein Kartenlesegerät annehmen, Belege drucken oder per E-Mail versenden. Für einen einfachen Marktstand oder gelegentliche Pop-ups reicht das oft aus.

Shopify POS Pro

Die Pro-Version ist ein kostenpflichtiges Add-on, das pro Standort abgerechnet wird. Sie ist für etablierte Ladengeschäfte gedacht und bietet entscheidende Zusatzfunktionen:

  • Intelligente Bestandsverwaltung: Erstelle Bestellungen, verwalte Übertragungen zwischen Standorten und erhalte Bestandsprognosen.
  • Erweiterte Mitarbeiter-Rollen: Lege genau fest, welcher Mitarbeiter welche Aktionen durchführen darf (z.B. Rabatte gewähren, Rückerstattungen bearbeiten).
  • Detaillierte Berichte: Analysiere die Performance einzelner Mitarbeiter oder die Verkäufe pro Tag.
  • Omnichannel-Funktionen: Abwicklung von „Online kaufen, im Geschäft abholen“ (BOPIS), Umtausch von Online-Bestellungen im Laden und Verkauf von Ladenware, die direkt aus dem Lager an den Kunden versendet wird.
  • Unbegrenzte Mitarbeiterkonten: Während Lite beschränkt ist, kannst du mit Pro so viele Mitarbeiter anlegen, wie du brauchst.

Faustregel: Verkaufst du nur ein paarmal im Monat persönlich? Starte mit Lite. Planst du ein festes Ladengeschäft mit Mitarbeitern? Investiere direkt in Pro. Der Aufpreis macht sich durch die Zeitersparnis und die professionellen Funktionen schnell bezahlt.

In 5 Schritten: Shopify POS einrichten und starten

Die Einrichtung von Shopify POS ist erstaunlich unkompliziert. Du brauchst keine Agentur und keine Programmierkenntnisse. Folge einfach diesen Schritten.

Schritt 1: Den POS-Vertriebskanal hinzufügen

Gehe in deinem Shopify-Adminbereich zu Einstellungen > Apps und Vertriebskänale. Suche nach „Point of Sale” und füge den Kanal hinzu. Shopify leitet dich dann durch die Grundeinrichtung.

Schritt 2: Die POS-App auf dein Gerät laden

Lade die „Shopify POS”-App aus dem Apple App Store oder dem Google Play Store auf das Tablet oder Smartphone, das du als Kasse nutzen möchtest. Logge dich mit deinen Shopify-Zugangsdaten ein. Die App synchronisiert sofort alle deine Produkte, Preise und Kundendaten.

Schritt 3: Mitarbeiter und Standorte konfigurieren

Gehe in deinem Shopify-Admin zu Einstellungen > Standorte und stelle sicher, dass du einen Standort für dein Ladengeschäft angelegt hast. Unter Einstellungen > Benutzer und Berechtigungen legst du dann deine Mitarbeiter an und gibst ihnen POS-Zugriffsrechte. In der Pro-Version kannst du hier sehr detaillierte Rollen und PINs vergeben.

Schritt 4: Die richtige Hardware auswählen

Für den Anfang reicht ein Kartenlesegerät. Shopify bietet eigene Lesegeräte (z.B. das WisePad 3), die perfekt mit dem System harmonieren. Du kannst sie direkt über den Shopify Hardware Store bestellen. Je nach Bedarf kannst du dein Setup später erweitern:

  • Barcodescanner: Um Produkte schnell zu erfassen.
  • Kassenschublade: Für sichere Bargeldaufbewahrung.
  • Belegdrucker: Wenn Kunden einen gedruckten Beleg wünschen.

Schritt 5: Deinen ersten Verkauf durchführen

Öffne die App. Lege ein Produkt in den Warenkorb. Tippe auf „Bezahlen”. Wähle die Zahlungsmethode (z.B. „Karte”). Dein verbundenes Kartenlesegerät wird aktiviert. Der Kunde hält seine Karte, sein Smartphone oder seine Uhr an das Gerät – fertig. Der Verkauf ist abgeschlossen, der Lagerbestand aktualisiert und der Umsatz in deinem Bericht verbucht.

Mini-Case: Wie ein Pop-up-Store den Umsatz pro Besucher (ARPU) steigert

Stell dir eine D2C-Brand vor, die nachhaltige Rucksäcke verkauft. Online liegt der durchschnittliche Bestellwert bei 95 €. Der Umsatz pro Besucher (ARPU), also der Gesamtumsatz geteilt durch alle Besucher, liegt bei 2,85 €.

Die Brand eröffnet für einen Monat einen Pop-up-Store in einer belebten Straße und nutzt Shopify POS Pro.

  1. Ausgangslage (nur online): 10.000 Besucher/Monat, 300 Bestellungen, 28.500 € Umsatz. ARPU = 2,85 €.
  2. Im Pop-up-Store: Das Personal ist geschult und kann Kunden beraten. Sie zeigen passende Laptophüllen (25 €) oder eine passende Trinkflasche (15 €). Durch dieses Upselling steigt der durchschnittliche Bon im Laden auf 125 €.
  3. Kombiniertes Ergebnis (Online + POS): Der Onlineshop läuft wie gewohnt. Im Pop-up Store werden im Monat 80 Verkäufe getätigt.

Die neue Rechnung:

  • Online-Umsatz: 28.500 € (300 Bestellungen)
  • POS-Umsatz: 10.000 € (80 Verkäufe à 125 €)
  • Gesamtumsatz: 38.500 €

Der Laden generiert zwar nur 80 zusätzliche Verkäufe, aber der Gesamtumsatz der Marke steigt um über 35 %. Noch wichtiger: Der Gesamt-ARPU steigt. Nehmen wir an, im Laden waren 1.000 Besucher. Der Gesamt-ARPU über alle Kanäle ist jetzt 38.500 € / (10.000 Online-Besucher + 1.000 Laden-Besucher) = 3,50 €. Das ist eine Steigerung von fast 23 %.

Das Beispiel zeigt: Ein physischer Kanal, smart angebunden via Shopify POS, ist nicht nur ein weiterer Vertriebsweg. Er ist ein Hebel, um den Wert jedes einzelnen Kundenkontakts zu steigern.

Häufige Fragen

Welche Hardware brauche ich für Shopify POS?

Für den Start genügen ein kompatibles Smartphone oder Tablet und ein Kartenlesegerät wie das Shopify WisePad 3. Je nach Bedarf kannst du später einen Barcodescanner, eine Kassenschublade und einen Belegdrucker ergänzen, die du direkt im Shopify Hardware Store findest.

Funktioniert Shopify POS auch offline?

Ja, du kannst Verkäufe auch ohne Internetverbindung abwickeln. Die Shopify POS App speichert die Verkaufsdaten lokal. Sobald du wieder online bist, synchronisiert die App alle Transaktionen automatisch mit deinem Shopify Admin-Bereich und aktualisiert Lagerbestände und Berichte.

Kann ich bestehende Hardware mit Shopify POS nutzen?

Das ist nur eingeschränkt möglich. Shopify POS ist für die Arbeit mit der von Shopify verkauften oder zertifizierten Hardware optimiert. Ein bestehender Drucker oder Scanner eines anderen Systems funktioniert wahrscheinlich nicht. Bei den Kartenlesern bist du auf die Geräte angewiesen, die mit Shopify Payments für deine Region kompatibel sind.

Wie funktioniert die Bezahlung mit Shopify POS in Deutschland?

Am einfachsten ist die Nutzung von Shopify Payments. Damit kannst du alle gängigen Kredit- und Debitkarten (Visa, Mastercard, Amex), Apple Pay und Google Pay akzeptieren. Die Gebühren sind transparent und die Einrichtung ist direkt in Shopify integriert. Auch die Akzeptanz von Girokarten (EC-Karten) ist mit den entsprechenden Shopify-Kartenlesern möglich.

Was kostet Shopify POS Pro?

Shopify POS Pro wird als monatliche Gebühr pro physischem Standort abgerechnet. Die genaue Höhe hängt von deinem gewählten Shopify-Plan ab. Die Lite-Version ist hingegen in jedem Shopify-Plan kostenlos enthalten, bietet aber weniger Funktionen.

Kann ich Gutscheine aus dem Onlineshop auch im Laden einlösen?

Ja, das ist einer der großen Vorteile. Da alles über ein System läuft, können Kunden online gekaufte Geschenkgutscheine problemlos im Laden einlösen und umgekehrt. Dasselbe gilt für Rabattcodes, die du erstellt hast – sie lassen sich sowohl im Online-Checkout als auch in der POS-App anwenden.

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